Wir erschaffen Realität, immer

von Frederike
Mann mit Glühbirne
Ich glaube schon lange, dass alles in dieser Welt zusammenhängt. Änderst du etwas an dir, ändert sich alles um dich herum. Es ist total verrückt, wenn wir uns das bewusst machen. Mit nur einer Handlung rufen wir eine Reaktion des anderen hervor. Sind wir gut drauf, bekommen wir mit großer Wahrscheinlichkeit eine freundliche Reaktion zurück oder wir empfinden es als nicht schlimm, wenn die Antwort anders ausfällt. Sind wir übel gelaunt und lassen das den anderen auch spüren, ist die Reaktion des Gegenüber auch weniger freundlich und offen. Je nachdem, was wir dem anderen entgegenbringen, löst das eine kleine Welle aus, die von einem zum nächsten getragen wird. Nehmen wir ein überspitztes Beispiel: „Stell dir vor, die Frau an der Kasse war so unfreundlich. Die hat meine ganzen Einkäufe übers Band geworfen. Was für eine Frechheit“, erzählt eine Frau völlig wütend ihrem Mann am Abend. Der regt sich auch total auf und es ist sogar noch zwei Wochen später Thema, wenn das Ehepaar zu Besuch bei Freunden ist. Und auch die regen sich wiederum über das Fehlverhalten der Kassiererin auf. Der Punkt ist, dass jedes Verhalten eine Welle in einem kleinen Mikrokosmos schlägt. Und sei das das Verhalten der Kassiererin, des Chefs oder eines guten Freundes.
Bis dahin ist so weit alles klar. Natürlich können wir uns entscheiden, ob wir agieren oder reagieren, aber ich denke, das Prinzip ist klar geworden. Jedes, also wirklich jedes Verhalten löst etwas aus. Ist unser Verhalten unecht, wird uns das gespiegelt, sind wir ehrlich, bekommen wir auch das zurück.

Richtig interessant wird es erst jetzt

Zu 95% findet unser Verhalten Ausdruck durch unser Unterbewusstsein, in dem alle Erfahrungen, die wir bereits im frühen Kindesalter gemacht haben, gespeichert sind. Sind wir uns unserer Handlungen nicht bewusst, laufen sie im Hintergrund ab, sie sind antrainiert, wie z.B. Zähne putzen, morgens auf die Toilette schlappen oder in bestimmten Situation gleich reagieren, obwohl wir uns fest vorgenommen haben, beim nächsten Mal anders zu reagieren. Wir verhalten uns wie ferngesteuert.
Und auch genau diese 95% rufen eine Welle in unserem Mikrokosmos hervor. Wir merken nicht direkt, was wir aussenden, da es auf einer anderen Ebene stattfindet. Das heißt, machen wir immer die gleiche Erfahrung, dass der Partner zum Beispiel fremd geht oder wir Freunden oder Geschäftspartnern nicht trauen können, ist der Grund im Unterbewusstsein zu suchen oder ganz profan, in unserem bewussten Verhalten Freunden und Geschäftspartnern gegenüber.
Worum es mir geht, ist, dass alles, was wir bewusst als auch unbewusst aussenden zu einer Reaktion, zu einer Welle, führt, die bei dem anderen ankommt. Unter Aussenden verstehe ich Worte, Taten, Gesten und vor allem auch Gefühle und Gedanken. Bastelt du dir auf dem Weg ins Büro ein Szenario zurecht, in dem du deinem Kollegen erst einmal so richtig die Meinung sagen wirst, weil er gestern nicht so reagiert hat, wie du es vielleicht erwartet hast, kommst du schon wütend und schlecht gelaunt im Büro an. Der springende Punkt ist, dass du ohne ihn bereits gesehen zu haben, dir etwas ausmalst, was nicht stimmen muss. Die Möglichkeit ihn erst einmal zu fragen, ob du ihn gestern richtig verstanden hast, wird häufig nicht in Betracht gezogen.
Es findet alles in deinem Kopf statt und diese geballte Energie aus Wut und Groll, die du dir so schön zurecht gebastelt hast, sendet Wellen so wie bei einem Radio aus. Es trifft auf dein gesamtes Umfeld, das dementsprechend reagiert. Du musst nicht einmal erwähnen, dass du schlechte Laune hast.
Gefühle und Szenarien lassen sich hier beliebig ändern. Sei es Minderwertigkeit, Schuld oder Trauer, sie alle spiegeln sich in unserem Umfeld wieder.
Ich denke, soweit ist alles klar. Unsere Gedanken, Gefühle, Taten formen unsere Umwelt, bewusst als auch unbewusst.

Es wird noch spannender

Wie wir bereits wissen, hängt alles miteinander zusammen und schlägt Wellen in unserem Mikrokosmos und damit auch im großen Kosmos. Wir beeinflussen zu jeder Sekunde unser komplettes Umfeld und tragen somit die Verantwortung.
Doch was wir für eine Kraft haben und wie stark diese Wellen wirklich sind, ist mir erst vor ein paar Jahren bewusst geworden.
Rückblick 2011
Ich bin auf einer Party im Wedding. Die Musik ist gut und ich tanze ausgelassen. An der Wand lehnt ein unglaublich gut aussehender Typ. Ich spüre seine Blicke auf mir und wir kommen nach einer Weile ins Gespräch. Da ich am nächsten Tag einen „Manuelle Therapie“ Kurs habe, gehe ich nicht allzu spät. Er bringt mich zur S-Bahn. Auf dem Weg dorthin spielt er verschiedenste Rollen. Er ist Schauspieler. Ich kann ihm nicht folgen und bin froh, wenn die Bahn gleich kommt. „Gibst du mir deine Nummer?“ fragt er mich. Ich gebe sie ihm, obwohl sich mein Interesse in Grenzen hält. Zwei Wochen später treffen wir uns. Das Treffen ist merkwürdig und wenig entspannt und doch finde ich ihn irgendwie toll. Keine Ahnung, was bei mir dort unbewusst abläuft. Wir treffen uns ein paar Mal sporadisch. Trotz seines arroganten und sehr egozentrischen Verhaltens laufe ich ihm hinterher. Nach ein paar Wochen meldet er sich nicht mehr und mein Selbstwert ist im Keller. Ich bin geknickt wie sonst etwas und mein Leben macht mir nur noch wenig Spaß. Ich lösche seine Nummer, damit ich nicht auf dumme Gedanken komme.
In den darauffolgenden zwei Jahren taucht er immer mal in meinem Kopf auf. „Vielleicht sehe ich ihn heute Abend auf dieser oder jener Party?!“ Nichts passiert.
Eines abends habe ich ein Coaching, in dem auch dieser bestimmte Typ auftaucht. Ich erzähle ihr kurz die Geschichte. Um die Verbindung zu lösen, lässt sie mich einen Text laut nachsprechen mit der Absicht alle Verbindungen zu ihm voller Liebe und Dankbarkeit zu beenden. Meine Absicht ist klar und fest und mein Gefühl gut.
Zwei Tage später schalte ich morgens mein Telefon an. „Heute Nacht von dir geträumt. J.“, steht dort von einer unbekannten Nummer.
„Falsche Nummer“, denke ich mir nur und vergesse es sofort wieder. Und doch, ein paar Tage später reizt es mich und ich schreibe zurück. „Hoffentlich war’s ein schöner Traum.“ „Tierisch…“ kommt als Antwort prompt zurück. Ich muss schmunzeln. Jetzt interessiert es mich doch. Wer wohl J. ist? Mir fällt niemand ein.
„Wer ist denn J?“ antworte ich.
„Julien“, kommt zurück und mir fällt es wie Schuppen von den Augen. Ich bin völlig fassungslos. Der Typ, von dem ich zwei Jahre nichts gehört habe, schreibt mir auf einmal wieder eine Nachricht. Und dann auch noch, dass er von mir geträumt hat. Das ist ja völlig verrückt. Was hat dieser Satz  des Coaches auf sich? Hat diese klare Absicht Raum und Zeit überwunden und ist bei ihm angekommen?
Auch ich träume seit seiner Antwort von ihm.  Es lässt uns beide nicht los und wir sehen uns eine Woche später. Es ist genauso merkwürdig wie am Anfang, doch kann ich mich dieses Mal von ihm lösen. Ich fahre noch etwas verwirrt nach Hause. Ich weiß, dass wir uns nicht mehr sehen werden und es fühlt sich gut an. Es ist abgeschlossen. Scheinbar brauchte es diese Erfahrung, um das Kapitel vollständig und dauerhaft abzuschließen.

Und nun?

Seit diesem Zeitpunkt glaube ich noch fester daran, dass alles in dieser Welt, in diesem Kosmos, in diesem Universum zusammenhängt. Jeder Gedanke, jedes Gefühl, jede Handlung beeinflusst das große Ganze.
Auch wenn es für viele noch zu abgefahren erscheinen mag, wünsche ich mir, dass es mehr Menschen für möglich halten und erkennen, was für gigantische Ausmaße es auf unser aller Leben hat.

Wir erschaffen Realität.

Verbreiten wir friedliche, dankbare Wellen über Gedanken, Gefühle und Taten in unserem Mikrokosmos, verbreiten sie sich in der ganzen Welt. Somit trägt jeder einzelne von uns die Verantwortung für ein schöneres Miteinander.
Macht die Welt schöner, in dem ihr darauf achtet, was ihr über den anderen denkt, was ihr sagt und was ihr ausstrahlt. Ihr macht eure eigene als auch die Welt von allen anderen schöner und friedlicher.
Spread the word!
Danke!

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