Verletzlichkeit macht liebenswert

von Frederike
Blumen im Schoß

Was passiert, wenn wir uns öffnen, wenn wir uns ehrlich, wahrhaftig und authentisch zeigen?

Ich glaube mittlerweile, dass es das schönste in sich birgt, sich verletzlich zu zeigen. Und durch das letzte Jahr habe ich gelernt, dass wirklich tiefe, innige Beziehungen nur mit Verwundbarkeit entstehen können.

Auch wenn ich das Gefühl hatte, ich würde sterben, wenn ich ehrlich äußere, was ich fühle, habe ich nur gewonnen und zwar tiefere, ehrlichere und authentischere Bindungen zu Menschen.
Ich habe mich lange Jahre davor gedrückt, meine Gefühle zu äußern bzw. ihnen überhaupt einen Namen geben zu können.

Ich fühlte, dass ich traurig bin und dass es mir nicht gut geht. Manchmal konnte ich auch genau sagen, woran es liegt, aber die Schwere, die mich häufig umgeben hat, konnte ich nicht benennen. Es war einfach nur „nicht toll.“

Ich und verwundbar?! Niemals!

Allein schon über Verwundbarkeit und Verletzlichkeit zu schreiben, macht viel. Ich merke,  wie ich flacher atme und den Atem liebsten anhalten würde. Ich und verwundbar? Niemals! Schwächen? Nein!

Doch ja, auch ich bin verwundbar, verletzlich. Ich habe erst in den letzten Monaten gelernt, wie es ist, sich verletzlich zu zeigen und dafür als Mensch, als Frau vollkommen geliebt und akzeptiert zu werden. Es sind komplett neue Erfahrungen, die ich mache und aus denen ich jedes Mal erneut lerne. Teilweise sind sie nicht einfach, ja, und sie können auch weh tun, doch das, was sich daraus ergibt, ist immer gut.

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, wenn eine Person anfängt, sich zu öffnen, sich ehrlich und authentisch zu zeigen, gibt er der anderen Person die Möglichkeit das gleiche zu tun.

Durch die Reflexion der letzten Jahre und ein Verständnis meiner Rollen ist mir bewusst geworden, dass ich anderen Menschen den Raum gebe sich zu öffnen, privat und beruflich. Sie spüren, dass ich weder bewerte, analysiere noch beurteile. Ich gebe ihnen den Raum, weil mich Menschen und ihre Geschichten interessieren. Ihre Natürlichkeit macht sie schöner.

Wo wären wir in dieser Welt, in der jeder so sein kann, wie er ist? In der es keine Schande gibt über die eigenen Gefühle zu reden, in der jeder das Gefühl hat sich offen und verletzlich zu zeigen und somit ein Gefühl von Zugehörigkeit und Miteinander entsteht? Wo wären wir, wenn jeder offen über seine Ängste und vermeintlichen Schwächen reden kann und genau deswegen liebenswert ist? Wo wären wir, wenn es keine Verurteilungen und Bewertungen gibt und jeder er/ sie selbst ist und es kein ‚anders‘ mehr gibt? Wie wunderschön wäre das?!

Wir haben alle die Möglichkeit diese Welt noch viel schöner zu gestalten, wenn wir anfangen uns zu öffnen, uns verwundbar zu zeigen und nicht zu bewerten.

Verletzlichkeit macht liebenswert

Jede Beziehung, jede Bindung kann daraus nur wachsen. Es gibt gar keine andere Wahl, als dass unsere Gespräche schöner und unsere Bindungen intensiver und tiefer werden. Es ist doch unsere Wahrheit, die wir leben. Unsere Authentizität macht uns schön.

Wir können doch gar nicht nicht schön sein, wenn wir ehrlich sind. Wir können doch gar nicht angreifbar sein, wenn wir uns öffnen, wenn wir ehrlich erzählen, wie es uns geht. Es ist doch nur authentisch, es ist menschlich! (Ein wunderschönes Buch und eine Liebeserklärung ans Mensch-sein ist übrigens  „Ich und die Menschen“ von Matt Haig)

Auch wenn wir das als Kinder nicht gelernt haben, weil unsere Eltern es auch nicht wussten und/oder konnten, können wir uns jetzt bewusst dafür entscheiden, uns zu öffnen und verletzlich zu zeigen. Auch ich habe diese Entscheidung vor nicht allzu langer Zeit getroffen.

Lasst uns alle den Raum öffnen, uns authentisch zeigen zu können! Lasst uns zuhören statt zu bewerten! Lasst uns verwundbar zeigen und lasst uns Aussagen nicht sofort persönlich nehmen. Wir können nachfragen, wenn wir nicht sicher sind, ob wir sie richtig verstanden haben.

Auch ich bin nicht perfekt und lerne es jeden Tag aufs Neue, dass mich meine Imperfektion tatsächlich liebenswert und schön macht. Außerdem ziehe ich Menschen in mein Leben, die mir genau dieses Gefühl vermitteln und mir den Raum geben mich zu öffnen.

Danke, Brené Brown für deinen wunderschönen, humorvollen und authentischen TedTalk, der mich dazu inspiriert hat, diesen Artikel zu schreiben.

#Verletzlichkeitmachtliebenswert

Ähnliche Beiträge